Klater (Stift St. Lambrecht)

Installation 2012 (Auftragsarbeit: Regionale XII) und eine adaptierte Version 2022

Eine Installation von Sabine Maier (Idee, Konzept, Bauten)
Sound: Daniel Lercher

Material: Acht bis Zehn gefaltete Vögle, Teichfolie, 1000 l Wasser, Scheinwerfer + Zeitschalter, Schriftzug – Folienschnitt, DVD Player, 5. 1 Mehrkanal Lautsprecher, Nebelmaschine

Bei Betreten des kleinen Steinhäuschens inmitten des Stifts eröffnet sich den BesucherInnen eine mystische Welt. Die audiovisuelle Installation assoziiert den Auerlingsee, der einst den Mönchen den Fischvorrat lieferte, der in diesem Kalter ausgewässert wurde. Die Installation beschäftigte sich einerseits mit der zunehmenden Abwanderung und „Flucht“ der ländlichen Bevölkerung aus der Region Murau/ Steiermark. Andererseits liegt sie einer wahren Begebenheit zu Grunde. Eine wahren Begebenheit, die sich am Auerlingsee zugetragen hat; in der ein Prachttaucher, der im Jahre 2004 im Auerlingsee gelandet ist und aufgrund der Kleinheit des Sees nicht mehr wegfliegen konnte.

Mit minimalen Stilmitteln – einem Bodenspiegel (ein flaches dunkles Wasserbecken), gefalteten Papiervögeln (die in der Luft schweben), künstlichen Nebelschwaden(die aus der Tiefe kommen), einem Text auf der zweiten Ebene, sowie einer Klanginstallation – wird ein Spiegelbild konstruiert, das die BetrachterInnen in die Tiefe zieht und eine Atmosphäre erzeugte, in die man einsinken kann, fernab von Zeit, Raum und den aktuellen Geschehnissen. Die Flügelschläge symbolisieren die Schwierigkeit, das heimatliche Nest verlassen zu können.

Der Raum öffnet sich durch die Verspiegelung am Boden nach unten und weitet sich durch die Klanginstallation nach innen und außen, ein umlaufend auf der Brüstung der zweiten Ebene angebrachter Text setzt einen inspirativen Akzent.
So eignet sich das Kunstwerk, das die Grenze zwischen Immanenz und Transzendenz zu sprengen vermag, zum Innehalten oder als Meditationsraum.

Ort: Stift St. Lambrecht Steiermark / Österreich

Text: In all den Jahren bin ich von einem Ende meines Ichs ans andere gereist,
und als ich diesen letzten Ort erreichte,
habe ich selbst nicht mehr gewusst, wer ich eigentlich war.
Inzwischen habe ich eine so große Strecke zurückgelegt,
dass mir kaum noch bewusst ist, wo und als wer ich aufgebrochen bin.
© Sabine Maier


Englisch:
Klater (St. Lambrecht Abbey)
Installation 2012 (commissioned work: Regionale XII) and an adapted version 2022

An installation by Sabine Maier (idea, concept, buildings)
Sound: Daniel Lercher

Material: Eight to ten folded birds, pond foil, 1000 l water, spotlight + timer, lettering – foil cut, DVD player, 5. 1 multi-channel loudspeaker, fog machine

Upon entering the small stone house in the middle of the monastery, a mystical world opens up to the visitor. The audiovisual installation associates the Auerlingsee, which once supplied the monks with their fish supply, which was drained in this cold weather. On the one hand, the installation deals with the increasing migration and “flight” of the rural population from the Murau/Styria region. On the other hand, it is based on a true incident. A true incident that happened at the Auerlingsee; in which a black-throated loon landed in the Auerlingsee in 2004 and could not fly away because of the smallness of the lake.

With minimal stylistic devices – a bottom mirror (a shallow dark pool of water), folded paper birds (floating in the air), artificial wafts of mist (coming from the depths), a text on the second level, as well as a sound installation – a mirror image is constructed that draws the viewer into the depths and creates an atmosphere in which one can sink in, far away from time, space and current events. The beating of wings symbolises the difficulty of leaving one’s home nest.

The room opens up downwards through the mirroring on the floor and expands inwards and outwards through the sound installation; a text placed all around the parapet of the second level sets an inspirational accent.
Thus the artwork, which is able to break down the boundary between immanence and transcendence, is suitable for pausing or as a meditation space.

Place: Stift St. Lambrecht Steiermark / Österreich