Installation 2015
Technik: Bella Donna, Marmelade Gläser, Grableuchten, Strukturformel, Touch Lampen, Leitz Diaprojektor
Das Prächtige, Berauschende, Oberflächliche, Schreckliche,
Lärmende, Hässliche, Verzückende, Verwirrende, unregelmässig Überladene –
Alles ist im Recht.
Wirksame Elemente, in einer Zeit,
die sehr rohe und starke Mittel
ihrer Stumpfheit wegen bräuchte. (Sabine Maier)
Atropa ist eine feministische Arbeit, die sich mit Selbsthass und Selbstverletzung der Schönheit Willen auseinandersetzt und aber auch ein Statement ist, was es eigentlich bedeutet Frau zu sein. Einerseits immer schön, verzaubernd und aber auch ernährend sein müssen (Marmelade einkochen) – andererseits weist es auf die Waffen der Frau in Verbindung über das Wissen der Natur hin (Wildheit, Rausch, Intrigen, Tod) . Denn ein kleines Glas Marmelade ist tödlich für eine Kleinfamilie.
Fünf an der Wand montierte Grableuchten, die fünf schwach beleuchtete Gläser mit giftiger Marmelade aus Tollkirschen enthalten, ziehen die Blicke der BesucherInnen auf sich. Neben den letalen Behältern ist die chemische Strukturformel der Belladonna (die sich früher Frauen als Schönheitsmittel, zur Vergrößerung der Pupillen, in die Augen getropft haben) großflächig an die Wand gemalt. Ein uralter Diaprojektor wirft daneben den Text „Hass auf die anderen und eine Mahlzeit lang auf mich“ an die Wand.
Katharina Gsöllpointner (art-magazine)
Ausstellung: Camper Austria und Akademie / Graz, Medienwerkstatt / Wien, Künstlerhaus Schloss Plüschow /D,
Atropa
Installation 2015
Technique: Bella Donna, jam jars, tomb lamps, structural formula, touch lamps, Leitz slide projector
Atropa is a feminist work that deals with self-hatred and self-harm for the sake of beauty, but is also a statement about what it actually means to be a woman. On the one hand, always having to be beautiful, enchanting and also nourishing (making jam) – on the other hand, it points to the weapons of women in connection with the knowledge of nature (wildness, intoxication, intrigue, death). For a small jar of jam is fatal to a nuclear family.
Five tomb lamps mounted on the wall, containing five dimly lit jars of poisonous jam made from belladonna cherries, attract the visitors’ gaze. Next to the lethal containers, the chemical structural formula of belladonna (which women used to drop into their eyes as a beauty remedy to enlarge their pupils) is painted on the wall on a large scale. Next to it, an ancient slide projector casts the text “Hate on others and a meal on me” on the wall. Katharina Gsöllpointner (art-magazine)
Exhibition: Camera Austria and Akademie / Graz, Medienwerkstatt / Vienna, Künstlerhaus Plüschow Castle /D,
Atropa
Installation, 2015
Materialien: Belladonna (Tollkirsche), Marmeladegläser, Grableuchten, Strukturformel, Touch-Lampen, Leitz-Diaprojektor
„Das Prächtige, Berauschende, Oberflächliche, Schreckliche,
Lärmende, Hässliche, Verzückende, Verwirrende, unregelmäßig Überladene –
Alles ist im Recht.“
(Sabine Maier)
Die Installation Atropa ist eine feministische Reflexion über gesellschaftliche Schönheitsnormen, toxische Erwartungen an Weiblichkeit und die schmale Grenze zwischen Verführung und Gefahr. Ausgangspunkt ist die Belladonna – die Tollkirsche – eine Pflanze voller Widersprüche: einst genutzt, um die Pupillen zu weiten und das Blickfeld zu verzaubern, zugleich aber auch tödlich.
Fünf an der Wand montierte Grableuchten beleuchten schwach fünf Marmeladegläser, in denen sich ein tödliches Konzentrat aus Tollkirschen befindet – harmlos konserviert, tödlich dosiert. Die chemische Strukturformel des Wirkstoffs ist in großem Maßstab an die Wand gezeichnet – ein Hinweis auf das Wissen um Natur und Wirkung, das über Generationen tradiert wurde.
Ein alter Diaprojektor wirft den Satz „Hass auf die anderen und eine Mahlzeit lang auf mich“ an die Wand – ein Zitat, das den inneren Konflikt zwischen Selbsthass, sozialer Maskerade und der Frage nach weiblicher Identität schmerzhaft verdichtet.
Atropa vereint zarte, häusliche Gesten wie das Einkochen mit dem Wissen um Gifte, Verführung und Tod – und thematisiert damit die Ambivalenz der traditionellen Frauenrolle: schön, nährend, magisch – und zugleich gefährlich.
Ausstellungen: 2015 – Camper Austria & Akademie Graz 2016 – Medienwerkstatt Wien 2017 – Künstlerhaus Schloss Plüschow, Deutschland
ENTSTEHUNG










PRÄSENTATION













